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Fallrohranschluss
Ein Fallrohranschluss bezeichnet im Garten- und Landschaftsbau die technische Verbindung zwischen dem senkrechten Regenfallrohr eines Gebäudes und dem unterirdischen oder oberirdischen Entwässerungssystem des Außengeländes. Er regelt, wohin das von Dachflächen abgeleitete Niederschlagswasser geführt wird – in die Kanalisation, in ein Versickerungssystem oder in eine Zisterne zur Regenwassernutzung.
Funktion und Aufbau
Das Fallrohr transportiert Regenwasser vom Dach senkrecht nach unten bis auf Geländeniveau. Am Übergang zum Erdreich befindet sich der eigentliche Fallrohranschluss: ein normiertes Formstück, häufig aus PVC oder Guss, das die senkrechte Strömungsrichtung in eine waagerechte oder schräge Leitungsführung umlenkt. Je nach Entwässerungskonzept schließt hier ein Ableitungsrohr an, das in Richtung Schacht, Rigole, Mulde oder Zisterne führt. Bei modernen Entwässerungskonzepten ist oft ein Revisionsschacht mit Schlammfang zwischengeschaltet, der Laubeinträge und Feinpartikel zurückhält und die Reinigung des Systems ermöglicht.
Bedeutung im Gartenbereich
Im Zuge der Gartengestaltung und Terrassenplanung ist der Fallrohranschluss ein zentraler Planungspunkt, der häufig unterschätzt wird. Werden Terrassen, Pflasterflächen oder Beete zu nah an einem Fallrohr angelegt, ohne den Anschluss fachgerecht zu integrieren, entstehen unkontrollierte Wasseraustritte, Erosion und Feuchtigkeitsschäden an Hauswand oder Belag. In der Praxis wird der Fallrohranschluss deshalb bereits in der Entwässerungsplanung berücksichtigt – noch bevor Pflasterbett oder Terrassenunterbau hergestellt werden.
Varianten und Ausführungsformen
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Anschlusskonzepten: Erstens der Einleitung in die Kanalisation über einen Hausanschlussschacht – die klassische, in vielen Kommunen jedoch zunehmend unerwünschte Variante, da sie die Kanalnetze bei Starkregenereignissen belastet. Zweitens die Versickerung über Rigolen, Mulden oder Flächenversickerung, die das Wasser dezentral in den Boden zurückführt und dem natürlichen Wasserkreislauf entspricht. Drittens die Zisternenanspeisung, bei der das Dachflächenwasser zur Gartenbewässerung oder für Brauchwasser genutzt wird – eine Methode, die Ressourcen schont und den Gartenbetrieb unabhängiger von Trinkwasser macht.
Normative Grundlagen
Die Ausführung von Fallrohranschlüssen richtet sich in Deutschland nach der DIN EN 12056 (Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden) sowie der DIN 1986 (Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke). Kommunale Entwässerungssatzungen können darüber hinaus vorschreiben, ob eine Einleitung in den Kanal überhaupt noch zulässig ist oder ob eine Versickerung auf dem Grundstück verpflichtend nachzuweisen ist.
Fallstricke und Verwechslungsgefahren
Häufiger Planungsfehler: Der Fallrohranschluss wird erst nach Fertigstellung der Außenanlage nachgerüstet, was aufwendige Nacharbeiten am Belag erfordert. Verwechslungsgefahr besteht zwischen dem Fallrohranschluss als Verbindungselement und dem Fallrohr selbst sowie dem Grundleitungsanschluss, der das Gebäude mit dem öffentlichen Kanal verbindet. Der Fallrohranschluss bezeichnet ausschließlich den Übergangspunkt vom senkrechten Fallrohr in die Grundstücksentwässerung – nicht die gesamte Leitungsführung.