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Feldsteinsetzung
Feldsteinsetzung bezeichnet im Garten- und Landschaftsbau die handwerkliche Technik, bei der natürlich vorkommende, unbearbeitete oder grob zugerichtete Steine – sogenannte Feldsteine oder Lesesteine – planvoll in Boden, Mauern oder Pflasterflächen eingebaut werden, um funktionale und gestalterische Strukturen zu schaffen.
Herkunft und Material
Feldsteine sind Gesteine, die durch natürliche geologische Prozesse – insbesondere durch glaziale Ablagerungen der Eiszeitalter – an der Erdoberfläche oder knapp darunter vorkommen. Sie wurden traditionell beim Ackerbau aus dem Boden gelesen, daher auch die Bezeichnung Lesesteine. Das Material besteht überwiegend aus Granit, Gneis, Quarzit oder Sandstein und zeichnet sich durch hohe Witterungsbeständigkeit, Druckfestigkeit und eine natürliche, unregelmäßige Oberfläche aus. In Regionen wie dem Märkischen Kreis, dem Sauerland und anderen Teilen Nordrhein-Westfalens finden sich entsprechende Gesteine häufig als Regionalrohstoff.
Anwendungsbereiche in der Praxis
In der Gartengestaltung werden Feldsteine für unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Trockenmauern aus Feldsteinen dienen als Böschungssicherung, Hochbeetbegrenzung oder Sichtschutzelement und ermöglichen gleichzeitig ökologische Nischen für Insekten, Reptilien und Kleinsäuger. Als Pflasterbelag schaffen unregelmäßig gesetzte Feldsteine rustikale Wegeflächen, Einfahrten oder Terrassenbereiche mit hoher gestalterischer Eigenständigkeit. Darüber hinaus kommen Feldsteine als Einzelelemente in naturnahen Gärten vor – etwa als Steinsetzungen rund um Teichanlagen, als Beetfassung oder als dekorative Akzente in Staudenpflanzungen.
Der Einbau erfordert eine sorgfältige Untergrundvorbereitung: Je nach Verwendungszweck werden ein tragfähiges Planum, ein Frostschutzschicht aus Schotter sowie ein Bettungsmaterial aus Splitt oder Lehm hergestellt. Bei Trockenmauern ist die Verzahnung der einzelnen Steinlagen – das sogenannte Läufer-Binder-Prinzip – maßgeblich für die Standsicherheit. Größere Steine bilden die Basis, die Steinneigung verläuft leicht in die Böschung hinein, um Schubkräfte aufzunehmen.
Handwerkliche Anforderungen
Die fachgerechte Feldsteinsetzung setzt Erfahrung im Umgang mit unregelmäßigem Naturmaterial voraus. Da kein Stein dem anderen gleicht, muss der Handwerker Gewicht, Form und Standfläche jedes einzelnen Steins beurteilen und entsprechend positionieren. Fugen werden bei Trockenmauern bewusst offen gelassen, um Wasser ablaufen zu lassen und Lebensraum zu erhalten. Bei Pflasterflächen kann eine Verfugung mit Brechsand, Splitt oder einem hydraulisch gebundenen Fugenmörtel erfolgen, abhängig von Belastungsklasse und gestalterischem Ziel.
Fallstricke und Verwechslungsgefahren
Feldsteinsetzung wird gelegentlich mit Natursteinpflasterung aus gesägten oder gespaltenen Natursteinplatten verwechselt. Der wesentliche Unterschied liegt in der Bearbeitungsstufe: Während gesägte Natursteine gleichmäßige Formate und Stärken aufweisen, sind Feldsteine formunbeständig und erfordern individuelles Einpassen. Ein häufiger Fehler in der Ausführung ist eine unzureichende Bettungstiefe, die bei Frost-Tau-Wechseln zu Setzungen und Instabilität führt. Ebenso unterschätzt wird die statische Dimension von Trockenmauern: Ab einer Höhe von etwa einem Meter sind je nach Landesbauordnung statische Nachweise oder Genehmigungen erforderlich.