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Gartenteichfolie
Gartenteichfolie ist eine wasserdichte, flexible Abdichtungsbahn aus Kunststoff oder synthetischem Kautschuk, die beim Bau von Gartenteichen, Bachläufen und Wasserbecken als formgebende Abdichtungsschicht zwischen Erdreich und Wasserkörper eingebaut wird.
Materialien und Typen
Auf dem Markt sind mehrere Folientypen verbreitet, die sich in Zusammensetzung, Flexibilität und Lebensdauer unterscheiden:
- PVC-Folie (Polyvinylchlorid): Günstigste Variante, typische Stärke 0,5–1,0 mm. Wird durch UV-Strahlung und Frost über die Jahre spröde; Lebensdauer 10–20 Jahre je nach Qualität.
- EPDM-Folie (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer): Synthetischer Kautschuk, sehr elastisch, UV- und frostbeständig, Stärke meist 1,0–1,5 mm. Lebensdauer 30–50 Jahre. Gilt als Standard für hochwertige Gartenteiche.
- PE-Folie (Polyethylen): Preiswert, chemisch inert, jedoch wenig elastisch und bei Faltenbildung schwer zu verarbeiten.
- Butylkautschuk: Veralteter Vorläufer des EPDM, heute kaum noch im Fachhandel; ähnliche Eigenschaften, aber höheres Gewicht.
Berechnung der benötigten Fläche
Die erforderliche Folienabmessung ergibt sich aus einer standardisierten Formel. Für Länge und Breite gilt jeweils: Teichmaß + (2 × Tiefe) + (2 × Randüberlappung). Als Randüberlappung werden mindestens 30–50 cm empfohlen, damit die Folie sicher im Erdreich verankert oder unter Randsteinen eingeklemmt werden kann. Bei unregelmäßigen Formen wird die größte Länge sowie die größte Breite des Teiches als Ausgangswert verwendet.
Unterlegvlies und Verlegung
Vor dem Einlegen der Folie wird der ausgehobene Teichkörper sorgfältig von spitzen Steinen, Wurzeln und Schotter befreit. Anschließend wird ein Schutzflies (Geotextil) mit einem Flächengewicht von mindestens 300 g/m² ausgelegt, das Druckstellen durch Bodenunebenheiten verhindert. Die Folie selbst wird faltenarm eingelegt, wobei unvermeidliche Falten durch gleichmäßiges Andrücken möglichst flach gelegt werden. Direkte Sonneneinstrahlung auf die unbedeckten Folienränder ist dauerhaft zu vermeiden, da UV-Exposition die Alterung beschleunigt.
Nahtverbindungen und Reparatur
Müssen mehrere Folienbahnen verbunden werden, kommen materialspezifische Schweißbänder oder Kontaktkleber zum Einsatz. EPDM-Bahnen lassen sich mit selbsthaftendem EPDM-Klebeband dauerhaft verbinden; PVC-Bahnen werden mit PVC-Quellschweißmittel verklebt. Kleine Risse oder Perforationen können mit passenden Reparaturflicken aus dem gleichen Material dauerhaft abgedichtet werden, sofern die Folie an der Schadensstelle noch nicht vollständig versprödet ist.
Fallstricke und Verwechslungsgefahren
Ein häufiger Fehler besteht in der Verwechslung von Teichfolie und herkömmlicher Baufolie. Standardfolien aus dem Baubereich enthalten oft Weichmacher oder Additive, die für Fische und Amphibien toxisch sind und keinen ausreichenden UV-Schutz bieten. Für bepflanzte oder mit Tieren besetzte Teiche ist ausschließlich ausdrücklich als teich- und fischverträglich deklarierte Folie zu verwenden. Zudem wird EPDM-Folie gelegentlich mit EPDM-Dachbahnen verwechselt, die Biozide zur Algenabwehr enthalten und für Gartenteiche ungeeignet sind.