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Pflanzgrube
Die Pflanzgrube ist eine beim Einpflanzen von Bäumen, Sträuchern oder Stauden ausgehobene Vertiefung im Boden, die ausreichend Raum für Wurzelballen und Wurzelentfaltung bietet und optimale Anwuchsbedingungen schafft.
Aufbau und Dimensionierung
Fachgerecht ausgehoben wird die Pflanzgrube in der Regel mit dem 1,5- bis 2-fachen Durchmesser des Wurzelballens und einer Tiefe, die dem Ballendurchmesser entspricht oder diesen leicht übertrifft. Bei Bäumen der Qualitätsstufe Hochstamm empfiehlt das Regelwerk der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) eine Grubenbreite von mindestens 80 cm, bei verdichteten Böden deutlich mehr. Der Grund der Grube wird aufgelockert, aber nicht aufgeschüttet, damit der Baum nicht einsinkt und die Pflanztiefe konstant bleibt. Die Oberkante des Wurzelballens schließt planeben mit dem umgebenden Bodenniveau ab oder liegt minimal darüber – ein häufig vernachlässigter Punkt.
Bodenverbesserung und Substrat
Das Aushubmaterial wird in der Praxis des gehobenen Garten- und Landschaftsbaus – etwa bei Projekten von Fachbetrieben im Märkischen Kreis oder im Sauerland – häufig mit Kompost, Pflanzsubstrat oder Mineralien wie Zeolith und Lavagranulat angereichert. In Böden mit schlechter Drainage wird eine Drainageschicht aus Kies im Grubengrund eingebaut, um Staunässe zu vermeiden, die Wurzelfäule begünstigt. Bei schweren Lehmböden, wie sie in Teilen Südwestfalens auftreten, empfiehlt sich ein strukturverbessernder Zuschlag aus grobem Sand oder Bimsgranulat.
Pflanzung und Nachbearbeitung
Nach dem Einsetzen der Pflanze wird die Grube lagenweise verfüllt und jede Lage leicht angetreten, um Hohlräume zu vermeiden. Um den Stamm herum wird ein flacher Gießrand (Anwässerwall) aus Erde geformt, der Gießwasser gezielt in die Wurzelzone leitet. Abschließend empfiehlt sich eine Mulchschicht von 5–10 cm Stärke aus Rindenmulch, Holzhäckseln oder Kies, die Bodenfeuchtigkeit konserviert, Temperaturspitzen dämpft und Beikrautwuchs hemmt.
Fallstricke und Verwechslungsgefahren
Ein verbreiteter Fehler ist das zu tiefe Pflanzen: Wird der Wurzelhals unter das Bodenniveau abgesenkt, besteht erhöhte Fäulnisgefahr. Ebenso wird die Pflanzgrube häufig zu schmal ausgehoben; die seitliche Wurzelausdehnung – nicht die Tiefenwurzel – ist für die Standfestigkeit und Wasserversorgung der meisten Gehölze entscheidend. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Begriff Pflanzloch, der umgangssprachlich synonym verwendet wird, im Fachjargon jedoch eher kleinere Öffnungen für Stauden oder Zwiebelpflanzen bezeichnet, während Pflanzgrube auf Gehölze größerer Dimension bezogen ist.