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Rasengitter
Rasengitter (auch: Rasengitterstein, Rasenwabe, Rasengitterelement) bezeichnet ein flächiges Bausystem aus Beton, Kunststoff oder recyceltem Polyethylen, das in den Bodenaufbau eingelassen wird und befahrbare oder begehbare Grünflächen ermöglicht, ohne die Grasnarbe dauerhaft zu schädigen.
Aufbau und Funktionsprinzip
Rasengitter bestehen aus einem wabenförmigen oder gitterartigen Rahmen, dessen offene Kammern mit Erde, Sand-Humus-Gemisch oder Kies befüllt werden. Das Pflanzsubstrat füllt die Hohlräume aus, sodass Gras oder Bodendecker darin wurzeln können. Die tragenden Stege leiten Lasten in den Untergrund ab und schützen die Wurzelzone vor Verdichtung. Je nach Ausführung tragen Rasengitter Flächenlasten von 250 kN/m² und mehr – ausreichend für Pkw-Stellplätze, Feuerwehrzufahrten oder Veranstaltungsflächen.
Materialvarianten
Betonrasengitter sind die klassische Variante: robust, langlebig, jedoch schwer und weniger flexibel in der Verlegung. Kunststoff-Rasengitter aus recyceltem Polyethylen (PE-HD) sind leichter, einfacher zuzuschneiden und weisen eine höhere Elastizität auf, was sie auf leicht beweglichem Untergrund vorteilhaft macht. Im professionellen Garten- und Landschaftsbau werden häufig PE-HD-Systeme eingesetzt, da sie einfacher zu transportieren und bei Bedarf ohne Spezialwerkzeug anzupassen sind.
Anwendungsbereiche in der Praxis
Typische Einsatzgebiete im privaten Garten sind Rasenparkplätze, Rasenwege, Feuerwehrzufahrten sowie temporär befahrbare Rasenflächen für Veranstaltungen. In Schalksmühle und dem angrenzenden Märkischen Kreis kommen Rasengitter häufig dort zum Einsatz, wo Hanglagen oder beengte Grundstücke keine konventionellen Pflasterflächen zulassen, jedoch eine Befahrbarkeit gewährleistet sein muss. Auch als ökologisch vertretbare Alternative zu vollversiegelten Stellplätzen gewinnt das System an Bedeutung, da Rasengitter die Versickerung von Regenwasser weitgehend erhalten.
Bodenaufbau und Verlegung
Ein fachgerecht ausgeführtes Rasengitter setzt einen tragfähigen Unterbau voraus. Die Regelausführung sieht vor: gewachsener oder verdichteter Boden – Frostschutzschicht aus Schotter (je nach Klimazone 20–40 cm) – Sand- oder Splittbettung (ca. 5 cm) – Rasengitterelement. Die Fugen und Kammern werden mit belebtem Substrat verfüllt und angesät oder mit vorkultiviertem Rollrasen abgedeckt. Eine unzureichende Tragschicht ist die häufigste Ursache für späteres Absinken oder Kippen einzelner Elemente.
Ökologische Bewertung
Im Vergleich zu vollflächigem Beton- oder Asphaltbelag reduziert das Rasengitter den Versiegelungsgrad erheblich. Regenwasser kann weitgehend ungehindert versickern, was den natürlichen Wasserhaushalt des Bodens unterstützt und die Kanalisation entlastet. Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen berücksichtigen Rasengitterflächen daher positiv bei der Berechnung von Niederschlagswassergebühren. Aus biodiversitätspolitischer Sicht bieten begrünte Rasengitterflächen zudem Lebensraum für Kleinstlebewesen und Insekten, sofern artenreiches Saatgut verwendet wird.
Fallstricke und Verwechslungsgefahren
Rasengitter werden gelegentlich mit Schotterrasen verwechselt, bei dem kein formgebendes Gitterelement vorhanden ist, sondern lediglich grobkörniges Substrat mit Grassamen eingebracht wird. Schotterrasen ist pflegeleichter, aber weniger belastbar. Ebenfalls zu unterscheiden sind Rasengitter von Pflasterrasenfugen, bei denen der Grünanteil lediglich in den Fugen konventioneller Pflastersteine wurzelt. Ein weiterer Fallstrick: Rasengitterflächen erfordern regelmäßige Bewässerung in Trockenperioden sowie angepasste Mähtechnik – herkömmliche Aufsitzmäher mit breiten Reifen können die Gitterstruktur beschädigen oder eindrücken, wenn das Substrat trocken und locker ist.