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Rindenmulchdecke
Rindenmulchdecke bezeichnet eine Bodenabdeckung aus zerkleinerten oder gesiebten Baumrinden, die flächig auf Pflanzbeete, Baumscheiben oder Wegränder aufgebracht wird, um den darunter liegenden Boden vor Austrocknung, Erosion und Unkrautwuchs zu schützen.
Zusammensetzung und Herkunft
Rindenmulch besteht überwiegend aus den Außenschichten von Nadelhölzern – vorrangig Kiefer (Pinus sylvestris), Fichte (Picea abies) und Lärche (Larix decidua). Das Material fällt als Nebenprodukt der Holzverarbeitung und Sägeindustrie an und wird nach dem Entrinden in verschiedene Körnungsklassen gebrochen oder gehäckselt: Feinmulch (0–20 mm), Mittelmulch (20–60 mm) und Grobmulch (40–80 mm). Die Qualität handelsüblicher Produkte richtet sich nach der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e. V. (RAL-Gütezeichen), die Grenzwerte für Schadstoffgehalte und biologische Reife definiert.
Funktion und Wirkungsweise
Eine regelkonform aufgebrachte Rindenmulchdecke erfüllt mehrere bodenphysiologische Funktionen gleichzeitig. Sie reduziert die Verdunstung aus der obersten Bodenschicht erheblich, was den Bewässerungsaufwand im Sommer senkt. Gleichzeitig mindert sie Temperaturschwankungen im Wurzelbereich: Im Sommer hält die Schicht den Boden kühler, im Winter verzögert sie das Einfrieren. Durch die physische Überschirmung des Bodens wird die Keimung einjähriger Unkräuter deutlich gehemmt; bei ausreichender Schichtdicke von 7–10 cm kann der Unkrautdruck um bis zu 70–80 Prozent reduziert werden. Beim mikrobiellen Abbau des Materials entstehen außerdem Humussäuren, die den pH-Wert im unmittelbaren Oberbodenbereich leicht absenken.
Anwendung in der Praxis
In der professionellen Gartengestaltung wird die Rindenmulchdecke typischerweise auf ein zuvor gelockertes, unkrautfreies Substrat aufgebracht. Die empfohlene Schichtdicke beträgt 7–10 cm für Staudenbeete und Gehölzflächen sowie 10–15 cm für Baumscheiben. Eine Vliesunterlage ist bei sachgerechter Mulchstärke in der Regel entbehrlich und kann die natürliche Bodenaktivität einschränken. Das Material sollte nicht unmittelbar am Stammfuß von Gehölzen angehäuft werden, da Staunässe am Kambium Fäulnis begünstigt. Zu empfehlen ist ein Abstand von mindestens 10–15 cm zum Stamm.
Fallstricke und Verwechslungsgefahren
Rindenmulch ist von Rindenmulch-Kompost zu unterscheiden: Letzterer ist bereits vollständig kompostiert und eignet sich als Bodenverbesserer, während frischer Rindenmulch dem Boden beim Abbau vorübergehend Stickstoff entzieht (sogenannte Stickstoffsperre). Besonders in frisch bepflanzten Beeten kann dieser Effekt das Wachstum staudenartiger Pflanzen verzögern; eine Ausgleichsdüngung mit einem stickstoffbetonten Langzeitdünger ist in solchen Fällen fachlich angezeigt. Zudem sollte Rindenmulch nicht mit Holzhäckseln oder Baumschnittmaterial verwechselt werden, die einen höheren Ligninanteil und eine längere Abbauzeit aufweisen sowie ein stärkeres Stickstoff-Immobilisierungspotenzial besitzen.